Entstehung
Bei der der Zöliakie zugrunde liegenden Glutenunverträglichkeit kommt es nach Aufnahme von Gluten über die Nahrung zu Schädigungen im Dünndarm. Die Dünndarmausstülpungen schrumpfen und die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen, wie z. B. Vitaminen, Mineralien oder Proteinen, ist nicht mehr vollständig möglich. Dieser Reaktion liegen zwei Abläufe zugrunde: Zum einen die Bildung von Antikörpern gegen das Gluten und zum anderen die Bildung von sog. Autoantikörpern gegen körpereigene Antigene. Da Ersteres ein allergischer Ablauf und Letzteres ein autoimmunologischer Prozess ist, wird Zöliakie auch als Mischform von Allergie und Autoimmunerkrankung gesehen. Dabei gilt die allergische Komponente als Auslöser und die autoimmunologisch bedingte Komponente als verantwortlich für die Ausprägung der Symptome bei Zöliakie.
Die Schädigung der Darmzotten und die damit verbundene verringerte Nährstoffaufnahme haben verschiedene Beschwerden zur Folge, wie z. B. Müdigkeit, Appetitlosigkeit, chronischer Durchfall, Blutarmut und Gewichtsverlust. Auch Erscheinungen wie Haarausfall, Muskelschwund und Blutgerinnungsstörungen können die Folge sein. Bei Kindern kann die Entwicklung durch die Krankheit gestört werden. Sobald an Zöliakie erkrankte Kinder zum ersten Mal getreidehaltige Nahrungsmittel, wie z. B. Brei (oft ab dem sechsten Monat), zu sich nehmen, treten die Symptome auf. Äußerlich fallen die Kinder durch dünne Arme und Beine und im Kontrast dazu durch den aufgeblähten Bauch auf. Sie haben wenig Appetit und müssen sich oft erbrechen. Wird die Zöliakie bei Kindern nicht behandelt, kann es zu Wachstumsstörungen und zu einer verspäteten Pubertät kommen. Viele Betroffene leiden zusätzlich zur Zöliakie auch an Diabetes Typ 1 .
Die Ursache für die Unverträglichkeit von Gluten ist ein Gewebsantigen, das sog. HLA-DQ2, welches sich unter den sog. HLA-Genen befindet. Diese spielen für die Kontrolle von körpereigenen Abwehr- und Entzündungsreaktionen eine wichtige Rolle. Das Gewebsantigen HLA-DQ2 kann Zöliakie auslösen. Zusätzlich werden als Ursachen weitere Gene und Umweltfaktoren (z. B. Infektionen) angenommen.
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