25. November 2016
Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes ist das Risiko erhöht, auch an einer Zöliakie, also einer Glutenunverträglichkeit, zu erkranken. Glutenfreie Produkte enthalten häufig mehr Zucker und Kohlenhydrate, was bei der Insulingabe beachtet werden sollte.
 15. November 2016
Auch bei Laktoseintoleranz oder Zöliakie ist es möglich, leckere Kekse und Kuchen für die Weihnachtszeit zu backen. Dafür müssen bestimmte Zutaten entsprechend ersetzt werden.
 18. Juli 2016
Menschen mit Nahrungsmittelallergien oder Zöliakie können von einer Ernährungsberatung profitieren. Für eine Mitübernahme der Kosten durch die Krankenkasse ist ein ärztliches Attest notwendig.
 08. Juni 2016
Jedes Jahr im Mai findet der Welt-Zöliakie-Tag statt. Durch diesen Tag soll das Krankheitsbild Zöliakie in der Öffentlichkeit bekannter gemacht werden und Betroffenen soll deutlich gemacht werden, dass sie mit ihrer Erkrankung nicht allein sind.
Stethoskop
Ihr Ratgeber Zöliakie
Bei Zöliakie reagiert der Körper auf den Verzehr glutenhaltiger Lebensmittel mit Symptomen wie zum Beispiel Durchfall.
Zöliakie

Was ist Zöliakie?

Zöliakie bezeichnet die Unverträglichkeit des Eiweißes Gluten. Die von Medizinern auch als glutensensitive Enteropathie bezeichnete Zöliakie ist die häufigste Ursache einer Verdauungsstörung mit immunologischer Ursache. Das bedeutet, dass das Immunsystem sich gegen eigentlich harmlose Stoffe wendet, im Fall der Zöliakie gegen das Klebereiweiß Gluten.

Zahl der Betroffenen von Zöliakie steigt

Insbesondere in den Industrienationen hat die Zahl der von Zöliakie betroffenen Personen zugenommen. Wissenschaftler vermuten zum einen die Zunahme von Margen-Darm-Infektionen und Umwelteinflüssen als Ursache. Zum anderen kann es an verbesserten Diagnoseverfahren liegen, die es einfacher machen, eine Zöliakie zu erkennen. Ein erster Verdacht auf Zöliakie kann meist durch eine Bestimmung der Antikörper erhärtet werden. Um die Diagnose abzusichern kann eine Gewebeprobe aus der Dünndarmschleimhaut entnommen werden, auch als Biopsie bezeichnet. Bessert sich durch die dann verordnete glutenfreie Ernährung der Zustand der Patienten, gilt die Diagnose Zöliakie als gesichert. Die Therapie des Patienten besteht dann in einem strikten Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel.

Laut Deutscher Zöliakie Gesellschaft e. V. erkrankt in Deutschland einer von hundert Personen an Zöliakie. Insgesamt erkranken in der Regel mehr Frauen als Männer an Zöliakie. Die Erkrankung kann bereits im Säuglingsalter auftreten, zumeist wird sie aber zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr diagnostiziert.

Immunreaktionen und Entzündung der Dünndarmschleimhaut

Die Dünndarmschleimhaut hat die Funktion, selbst kleinste Nährstoffbestandteile der Nahrung umzuwandeln und in die Blutbahn zu transportieren. Die Dünndarmschleimhaut ist in Falten gelegt ist und besteht aus fingerförmigen Ausstülpungen, die auch als Darmzotten bezeichnet werden. Auf den Ausstülpungen befindet sich der Bürstensaum, auf dem Enzyme gebildet werden, die maßgeblich die Verdauung der Nährstoffe gewährleisten.

Diese Struktur der Dünndarmschleimhaut führt zu einer vergrößerten Oberfläche, die sich jedoch im Verlauf einer Zöliakie durch Entzündungen verkleinert. Die Entzündung der Schleimhaut ist Folge einer fehlgeleiteten Immunreaktion, die durch die Bildung von Antikörpern gegen das Klebereiweiß Gluten ausgelöst wird. Neben der Bildung von Antikörpern gegen Gluten bildet der Körper bei Zöliakie auch Antikörper gegen eigenes Gewebe, was als Autoimmunreaktion bezeichnet wird. Somit ist die Ursache der Zöliakie eine Autoimmunerkrankung.

Zöliakie kann mit verschiedenen Folge- und Begleiterkrankungen einhergehen

Aufgrund der entzündungsbedingten Schädigung der Darmzotten kann aufgenommene Nahrung nur mangelhaft durch den Dünndarm verdaut werden und Nährstoffe gelangen in zu geringem Maße über das Blut zu den Organen. Die mangelhafte Aufnahme von Nährstoffen, von Medizinern als Malabsorption bezeichnet, kann bei Betroffenen zu Mangelerscheinungen wie zum Beispiel Knochen- oder Muskelschmerzen führen. Weitere Folge- und Begleiterkrankungen, die auftreten könnten, sind zum Beispiel eine stark juckende Hauterkrankungen namens Dermatitis herpetiformis Duhring, eine Verminderung der Knochendichte (Osteoporose) oder eine Laktoseintoleranz, eine Unverträglichkeit gegen Milchzucker.

Symptome von Zöliakie sind häufig chronische Magen- und Darmprobleme

BauchschmerzenViele Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Dinkel, Grünkern, Emmer und Gerste enthalten Gluten. Aber auch andere Lebensmittel können Gluten enthalten. Für Betroffene ist es bei der Ernährung daher wichtig, auf das „Glutenfrei-Symbol“ zu achten, da bereits Spuren von Gluten Symptome hervorrufen können. Nehmen Betroffene glutenhaltige Lebensmittel zu sich, so erleiden sie, falls ein Vollbild der Erkrankung vorliegt, meist starke Bauchschmerzen und Durchfälle. Bei vielen Personen, bei denen eine Zöliakie diagnostiziert wurde, tritt kein Vollbild der Erkrankung auf. Das heißt, die auftretenden Symptome werden als gering oder moderat empfunden. In seltenen Fällen zeigen sich bei Betroffenen sichtbare Irritationen der Haut. Selten auftretende Symptome erschweren vielfach die Diagnose von Zöliakie.

Eine weitere Erkrankung bei der es beim Verzehr glutenhaltiger Nahrungsmittel zu solchen Symptomen kommen kann, ist die Glutensensitivität. Die Symptome sind meist nicht so stark ausgeprägt wie bei Zöliakie und im Gegensatz zur Zöliakie handelt es sich bei der Glutensensitivität nicht um eine Autoimmunerkrankung.

Guido Maiwald

 25. November 2016
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